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Demeter- Landwirtschaft

Drei Schritte tue nach innen, dann den nach außen. Rudolf Steiner (1861-1925)

Geschichte

Als Öko-Pionier seit über 80 Jahren nimmt Demeter selbstbewusst die Qualitätsführerschaft im Bio-Bereich für sich in Anspruch. Das Bio-Siegel setzt das Mindestmaß fürs Öko-Essen. Demeter-Bauern und –Hersteller leisten erheblich mehr als die EU-Bio-Verordnung vorschreibt. Das kommt der Qualität der Lebensmittel ebenso zu Gute wie der Umwelt.

Volle Umstellung

Während Brüssel erlaubt, dass einzelne Betriebsteile eines Bauernhofes auf Bio-Wirtschaft umgestellt und andere konventionell weiter bewirtschaftet werden, gibt es bei Demeter ausschließlich die Gesamtbetriebsumstellung. Und zwar nicht nur, weil Abgrenzung und Kontrolle erschwert werden, sondern aus Überzeugung. Der gesamte Hof wird als indivi¬dueller Organismus verstanden.

Tiere müssen sein

Deshalb hat Demeter als einziger Öko-Verband für seine landwirtschaftlichen Betriebe die Tierhaltung obligatorisch vorgeschrieben. Denn Demeter-Bauern sollen so viel Kühe halten, wie es zu ihrem Land passt. Die sorgen mit ihrem Mist exakt für den wertvollen Dünger, der gebraucht wird, um das Land fruchtbar zu halten. Die Tiere bekom¬men das auf dem Hof gewonnene Futter und liefern dafür wertvolle Lebensmittel.

100 Prozent Bio-Futter

100 Prozent Bio-Futter sind Pflicht für Demeter-Bauern, mindestens 80 Prozent der Futterration für die Wiederkäuer und mindestens 50 Prozent des gesamten Tierfutters muss Demeter-Qualität haben, 50 Prozent muss vom eigenen Hof stammen. Demeter-Höfe sind also Bauernhöfe mit Menschen, die mit Tieren, Pflanzen und Boden eine Einheit - den individuellen Hoforganismus - entwickeln und dabei wechselseitig voneinander profitieren.

Kühe mit Hörnern

Tiere, vor allem die Kühe, spielen eine zentrale Rolle in der betrieblichen Individualität des Hoforganismus. An Demeter-Kühen ist etwas ganz Besonderes dran. Und darauf sind Demeter-Bauern stolz, auch wenn es gar nicht ihr Verdienst ist. Denn die Hörner der Kühe wachsen von ganz allein. Alles, was die biodynamischen Landwirte tun: Sie verzichten auf das schmerzhafte Enthornen, wie es sonst üblich ist. In der Bio-Dynamischen Wirt¬ schaftsweise werden Tiere eben nicht nur artgerecht, sondern wesensgemäß gehalten. Kühe mit Hörnern liefern besonders guten Mist für die Düngung und geben vollwertige Milch. Es gibt inzwischen Hinweise darauf, dass Demeter-Milch von Hörner tragenden Kühen selbst von Menschen vertragen wird, die auf herkömmliche Milch allergisch reagieren.

Kosmische Kräfte

Bio-dynamische Bauern entwickeln eine spirituelle Form der Landwirtschaft. Sie haben nicht allein die konkreten materiellen Substanzen, die physischen Kräfte der Natur, im Blick, sondern auch die gestaltenden Kräfte des Kosmos. Typisch und deshalb in den Richtlinien entsprechend verankert ist der Einsatz spezieller Präparate aus Heilkräutern, Mineralien und Kuhdung. Die Landwirte stellen sie selbst her: Aus Baldrian, Kamille, Eichenrinde, fein zerriebenen Quarzkristallen, Schafgarbe oder einem Kuhhorn, das – mit Kuhdung gefüllt – im Frühherbst vergraben wird. Dieses Hornmist-Präparat wird im Frühjahr aus dem Horn geschabt und in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser verrührt, dynamisiert. So lassen sich die gesammelten kosmischen Kräfte des Präparats unmittelbar auf das Wasser übertragen. Und das bringen die Bauern als feinen Sprühregen auf die Nutzflächen aus. Es wirkt dann wie in der Homöopathie energetisch auf Boden und Pflanzen. Das Ergebnis ist naturwissenschaftlich erforscht. Durch die Biologisch-Dynamischen Präparate wird der Boden immer lebendiger und fruchtbarer. Seine Humusschicht wächst, die Pflanzen reifen harmonischer. Demeter-Landwirte geben so der Natur mehr zurück, als sie ihr nehmen.

Eigene Saatgutzüchtung

Um Qualität von Anfang an zu sichern, bietet die Züchtung von eigenem Saatgut optimal angepasste Sorten bei Getreide und Gemüse. Kulturpflanzen als das Jahrtausende alte Erbe unserer Vorfahren züchten Demeter-Bauern weiter, gestalten besondere Qualitäten bei Inhaltsstoffen und Geschmack im Dialog mit der Natur und entwickeln so eigenstän¬dige Alternativen zur Saatgutzüchtung aus dem Labor. Die Richtlinien setzen bei Getreide bereits komplett auf diese samenfesten Sorten und lassen weder Hybriden noch Sorten aus Zellfusionstechnik zu.

Klosterstudie + Vitalität

Und der Genießer kann den Unterschied der so kultivierten Nahrungspflanzen spüren. Als Nonnen im Kloster Heiligenbronn im Rahmen einer Pilotstudie ihr Essen auf bio-dynamische Lebensmittel mit hohem Frischeanteil umstellten, fühlten sie sich so klar, leistungsfähig und fit wie sonst nur beim Fasten – und es schmeckte ihnen besser als jemals zuvor. Nur stofflich-analytisch lässt sich dies nicht erklären, auch wenn Demeter-Lebensmittel oft mehr Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe bieten als andere. Aber im Essen wirken eben nicht nur Stoffe, sondern auch Kräfte. Sie zeigen sich in hoher Vitalqualität und kön¬nen erkannt werden mit den Bildschaffenden Methoden oder der Bildekräfte-Forschung. Im fruchtbaren Boden ist das Wachstum dank der Präparate harmonischer und die Reifung arttypischer.

Hersteller Richtlinien

Demeter-Hersteller verstehen es, mit Sorgfalt, Konsequenz und Können die Qualität dieser Rohstoffe zu bewahren und sogar weiter zu entwickeln. Verbraucher spüren die gute Wirkung auf Körper, Seele und Geist. Handwerkliches Können und der weitgehende Verzicht auf Zusatzstoffe zahlen sich eben aus. So können Bio-Kunden bei Demeter-Waren immer sicher sein, dass weder Nitritpökelsalz noch so genannte natürliche Aromen zugesetzt wurden. Nur Aromaextrakte sind zugelassen, denn die sorgen für ehrlichen Geschmack. Auch auf die umstrittene Jodierung verzichten Demeter-Hersteller grundsätzlich. Demeter hat als einziger ökologischer Verband die Homogenisierung von Milch, d.h. die mechanische Zerkleinerung des Milchfetts, verboten. Homogenisierte Milch kann nach Meinung vieler Experten zu Allergien führen. Weil jedoch jede mechanische Einwirkung, also bereits das unerlässliche Umpumpen, zu gewissen Homogenisierungseffekten führt, hat Demeter eine messbare Grenze definiert und eine differenzierte Regelung gefunden. Nur Milch, die einen Homogenisierungsgrad unter 30 Prozent aufweist, darf als Demeter-Milch angeboten werden. Liegt der Homogenisierungsgrad unter zehn Prozent, darf diese Demeter-Milch mit dem Hinweis „nicht homogenisiert“ verkauft werden.

Strenge Verarbeitungsrichtlinien für Bäckereien

Weniger ist mehr: Demeter-Brot wird nach den konsequentesten Demeter-Verarbeitungsrichtlinien hergestellt. Chemische Backhilfsmittel, Geschmacksverstärker und Stabilisatoren haben Demeter-Backwaren nicht nötig. Demeter-Bäcker verzichten auf jene Vielzahl von Enzymen, Säuren und Emulgatoren, die gerade beim Brot das Einfallstor zur Gentechnik bilden. Der Einsatz von gentechnisch veränderten Substanzen ist ausgeschlossen. In der Backstube verlangt der Verzicht auf konventionelle Zusatz- und Hilfsstoffe vom Demeter-Bäcker mehr Zeit und handwerkliches Können, erzeugt jedoch bessere Qualität. Demeter-Hersteller verstehen es, mit Sorgfalt, Konsequenz und Können Qualität zu bieten. Für den Geschmack und die Aromatisierung von Gebäcken werden komplexe Gemische, die Aromen, verwendet.
Nach der EU-Bio-Verordnung können für Bio-Lebensmittel „natürliche“ Aromastoffe eingesetzt werden. Natürliche Aromastoffe sind aus tierischen oder pflanzlichen Ausgangsmaterialien die mittels physikalischer oder biotechnologischer Methoden gewonnen werden. Bei Demeter sind natürliche Aromen aus folgenden Gründen generell verboten: falsche Einschätzung des Begriffs „natürlich“ beim Konsumenten, Vortäuschung eines hohen Fruchtanteils, Verwendung von Zusatzstoffen, Verwendung von technischen Hilfsstoffen, wie Trägerstoffe und Lösungsmittel, Gefahr der gentechnischen Veränderung. Deshalb werden in Demeter-Produkten lediglich Aromaextrakte eingesetzt, bei denen es sich um Auszüge und Konzentrate aus Pflanzen handelt

Nur im Fachhandel

Demeter-Produkte gibt es nur dort, wo Qualität groß geschrieben wird: In Hofläden, Naturkostfachgeschäften, Bio-Supermärkten, bei ausgewählten selbstständigen Lebensmitteleinzelhändlern.Allerdings, abgesehen von speziellen Ausnahmen, nicht in den Lebensmittelsupermärkten! „Anspruchsvolle Produkte fordern nun mal Identifikation, Hintergrundwissen, Service und Beratungskompetenz. Der Verband praktiziert die Kooperation von Erzeugern, Verarbeitern, Händlern und Verbrauchern an „Runden Tischen“, die partnerschaftlich zur Marktgestaltung beitragen und faire Preise sowie soziale Verbindlichkeit zum Ziel haben.

Demeter Produkte sind mehr wert – kurz gefasst

Die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise fördert die Bodenfruchtbarkeit unter anderem durch Gründüngung und präpariertem Mist aus der Viehhaltung. Damit sind oftmals niedrigere Erträge, aber auch höhere Qualitäten verbunden.

 

Bio - nach EG-Öko-Verordnung demeter Konditorei