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Ohne Gentechnik- Ährensache

Was hat der Mensch von all seinem Wissen, wenn er nicht weiß, wo das Brot herkommt.
Johann H. Pestalozzi (1746 – 1827)

Wie funktioniert das?

Hier geht es nicht um Vermehrung oder Züchtung, sondern um die Veränderung des genetischen Erbmaterials. Die Gen-Konstrukte, meistens aus anderen Pflanzen, werden z.B. über Bakterien in die Zelle eingeschleust. Der Ort des Einbaus in die DNA- Kette ist dabei zufällig. So erhält man zum Beispiel aus 50000 behandelten Tomatenzellen ca. 15-20 verwendbare Linien. Das veränderte Erbgut kann in der selben Versuchsreihe bei der Vermehrung in jeder Zelle der Pflanze, nur in einem Teil der Zellen der Pflanze oder gar nicht mehr vorhanden sein. In der Forschung wird versucht eine stabile Fortpflanzung zu erzeugen.

Angeblicher Nutzen- ein Beispiel

Am einem aktuellen Beispiel der Freisetzung von Weizen soll durch den Einbau von Genen aus der Ackerbohne und der Gerste der Eiweißgehalt des Weizens erhöht werden.
Durch höhere Kunstdüngergaben kann so mehr Eiweiß in die Pflanze eingebaut werden.
Außerdem erhält die Pflanze pflanzenschutzmittelresistente Gene. Dadurch können Pflanzenschutzmittel gespritzt werden, die normalerweise auch die Weizenpflanze schädigen würden.

Nutzen für den Verbraucher?

Durch Züchtung stehen den Bäckern Weizensorten zur Verfügung, die alle Anforderungen erfüllen oder übertreffen. Die Gebäckqualität kann durch die genetische Veränderung nicht erhöht werden. Ernährungsphysiologisch besteht kein Vorteil.
Die für den genetisch veränderten Weizen notwendige höhere Kunstdüngergabe belastet das Grundwasser.
Unkräuter werden im konventionellen Landbau schon jetzt „perfekt“ mit Pflanzenschutzgiften bekämpft. Hier kann keine Verbesserung erwartet werden. Die Verbraucher verzehren in der Regel nur verarbeitete Getreideerzeugnisse. Diese Erzeugnisse machen keinen Fortschritt.

Ökonomischer und ökologischer Nutzen

Solch ein genmanipulierter Weizen führt zu einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft. Der Hersteller möchte das Saatgut, das der Landwirt nicht mehr selber vermehren darf jedes Jahr neu verkaufen. Dazu bekommt der Landwirt das passende Pflanzenschutzmittel, gegen das die Pflanze resistent ist und den passenden Intensivdünger.
Die Umweltbelastung steigt, die Erntemenge des Bauern steigt und die Kosten für den Bauern steigen- der Vorteil liegt beim Hersteller des genmanipulierten Weizens. Die Verbraucher zahlen die hohen Umweltfolgekosten.
Veränderungen im Ökosystem sind nicht mehr rückgängig zu machen.

Gefahr für die biologische Landwirtschaft

Weizen ist das wichtigste Grundnahrungsmittel in Europa. Weizen ist der Inbegriff für Ernährung und unser täglich Brot.
Die biologische Landwirtschaft arbeitet ohne Gentechnik. Eine Abgrenzung von Anbauflächen, auf denen gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden und möglicherweise angrenzenden biologisch bewirtschafteten Flächen gilt als unmöglich. Durch ca. 10% Fremdbesamung in einem Umkreis von bis zu ca. 1000m bei ein kleingliedrigen, hessischen Landwirtschaft gäbe es kaum Schutz.
Die ökologischen Wechselbeziehungen mit anderen Pflanzen und Tieren sind unerforscht und unbekannt. Hier drohen uneinschätzbare Gefahren, da sich Weizen außerdem mit einigen Wildkräutern vermehren kann.
Der berechtigter Weise entstehende Vertrauensschaden im In- und Ausland für biologische, landwirtschaftliche Produkte aus Deutschland wären immens.

Gefahr für die Ernährung

Moderne, konventionelle Weizenzüchtungen haben ein erhebliches Allergie auslösendes Potential. Diesem Potential stellt sich die biologische Landwirtschaft mit der Kultivierung alter Sorten entgegen. Die biologisch dynamische Landwirtschaft (demeter) geht im Rahmen der Rückzüchtung einen besonders konsequenten Weg, da dort eigene Sorten gezüchtet werden, die so rechtlich zusätzlich geschützt werden
. Das Allergie auslösende Potential von gentechnisch verändertem Weizen wird von Fachleuten als besonders gefährlich eingeschätzt.
Andere negative Effekte sind unerforscht und unbekannt, gelten aber als ein unkalkulierbares Risiko.

Verbraucher können sich wehren

70% der Verbraucher sprechen sich eindeutig gegen Gentechnik in Lebensmitteln aus- das ist gut, aber es reicht nicht diese Gefahr abzuwenden.
Kaufen Sie bewusst ein. Biologische Produkte sind ohne Gentechnik angebaut und verarbeitet.
Fragen Sie in Ihrem Einzelhandelsgeschäften gezielt nach, ob die angebotenen Produkte gentechnikfrei sind. Betonen Sie dabei, dass Sie sonst bereit sind Ihren Einkauf woanders zu machen. Sprechen Sie mit Ihren gewählten Abgeordneten oder schreiben Sie Ihnen.

Siebenkorn engagiert sich

Siebenkorn ist Erstunterzeichner der Wiesbadener Erklärung. Sie finden die Erklärung im Internet:
Wiesbadener Erklärung.pdf
Ohne Gentechnik- Ährensache! Wir beteiligen uns an der diesjährigen, bundesweiten Aktion gegen Gentechnik mit einer Informationsbrottüte und einem Flugblatt, das Sie auch als Postkarte an unseren Landwirtschaftsminister richten können.
Siebenkorn macht intensive Sortenarbeit mit seiner demeter- Erzeugergemeinschaft!
Weitere Informatioen über den Freisetzungsversuch „Weizen in Gatersleben“ erhalten Sie im Internet:
www.abl-ev.de/gentechnik unter Lebensmittelwirtschaft in den Newslettern 09+12/2006

Bio - nach EG-Öko-Verordnung demeter Konditorei